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Das sagen die Biochemiker In der Behandlung der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sind gegenwärtig mehrere Therapieansätze in Entwicklung, als besonders effektiv scheinen Inhibitoren der Angiogenese zu wirken. Die überzeugendsten Daten konnte bislang das Antikörperfragment Ranibizumab (Lucentis) vorlegen. Das verwandte Molekül Bevacizumab (Avastin) wird zurzeit außerhalb kontrollierter klinischer Studien (off label) in der Ophthalmologie eingesetzt. Der nachfolgende Artikel versucht einen Vergleich dieser beiden rekombinanten Biotech-Moleküle darzustellen. Die Gemeinsamkeiten Die Unterschiede Antikörper besitzen eine Y-förmige Struktur, wobei 2 Arme (Fab Fragmente) für die Bindung des entsprechenden Antigens verantwortlich sind. Der dritte Arm (Fc Anteil) agiert als Bindungsstelle für Zellen des Immunsystems. Lucentis besitzt durch das Fehlen des Fc Anteils geringeres immunogenes Potential als ein vollständiger Antikörper.1 Die klinischen Daten Das sagen die Mediziner: Erste Kurzkommentare „Seit der Vorstellung der bahnbrechenden Ergebnisse der Lucentis-Studien, mit realen Visusverbesserungen bei einem Drittel der Patienten, ist die Euphorie für die neue Methode - Antikörper gegen alle VEGF-Formen - außerordentlich groß. Da Lucentis aber noch im Zulassungsverfahren ist und damit nicht verfügbar, wird auch „zu Avastin gegriffen“, das theoretisch eine ähnliche biochemische Struktur wie Lucentis aufweist. Vor der Avastin-Ära wurde bereits Triamcinolon Tausenden von Patienten intravitreal verabreicht, auch hier ohne tatsächlichen Wirkungsnachweis aus klinischen Studien, aber mit dem besten Willen von Seiten des Arztes seinem Patienten zu helfen. Avastin mag ein vielversprechendes Potential haben, da es nachweislich die Leckageaktivität und damit das Netzhautödem reduzieren kann. Allerdings ist die „Gleichheit“ der Substanzen, wie im vorliegenden Artikel dargestellt, dennoch begrenzt: Die Diffusionscharakteristik ist sicher unterschiedlich, ein längeres Verweilen in der Blutbahn erhöht das Risiko systemischer Komplikationen. Entzündliche Reaktionen werden bei wiederholter Gabe und höherer Dosis sogar mit Lucentis gesehen. Das Beispiel anderer anti-VEGF-Substanzen, z.B. der VEGF-Trap zeigen weiterhin, daß die Affinität des Antikörpers zum VEGF-Molekül wesentlich die Wirkungseffizienz und -dauer beeinflußt. Zuverlässige klinische Studien zu Avastin gibt es bislang nicht. Das von Lucentis so eindrücklich bewiesene Wirkungsprinzip ist sicher das vielversprechendste Konzept überhaupt, weitere verantwortungsvolle Forschung ist trotzdem auf jedem medizinischen Gebiet sicher erwünscht, in Bezug auf Avastin ebenso wie auf andere neu entwickelte Substanzen in der Zukunft.“ Univ. Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth, Wien
„AVASTIN war der erste verfügbare Anti VEG Faktor; durch die parenterale Verabreichung wurde der gesamte Körper „überschwemmt“ für ein Organ mit weniger als 1 % des gesamten Blutkreislaufs, natürlich auch mit allgemeinen Nebenwirkungen. Die intravitreale Injektion wurde zwar durchgeführt, allerdings wegen der fehlenden Zulassung mit enormen Risiken. LUCENTIS ist seit kurzem über Klinikanforderung erhältlich, bisherige klinische Studien bescheinigen eine sehr potente Bereicherung des Therapieangebotes für die feuchte Makulopathie, auch bei Versagen der PDT. Prim. Prof. Dr. Ulrich Michael Klemen, St. Pölten | |||||
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