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| Von Univ. Prof. Dr. Oliver Findl Ophthalmologie international KomplementfaktorHundAMD Abgesehen vom Alter spielen bei der Entwicklung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zahlreiche externe Umwelteinflüsse, wie etwa Rauchen, und genetische Faktoren eine wesentliche Rolle. Anfang 2005 haben mehrere Forschungsgruppen die Rolle des Komplementsystems, welches zum unspezifischen Abwehrsystem gehört, bei der Entwicklung der AMD beschrieben. Das Komplementsystem ist neben den Phagozyten ein wesentlicher Bestandteil der angeborenen Immunabwehr. Mehr als 5% aller Plasmaproteine gehören zum Komplementsystem und dienen der Abwehr von Infektionen. Sie haben allerdings auch stark zellzerstörende Eigenschaften, womit es bei einer Deregulierung des Komplementsystems zu Gewebeschäden kommen kann. Bei den vorliegenden Studien wurde ein Polymorphismus des dazugehörigen Gens, das HF1/CFH-Gen, gefunden. Dieser stellt ein signifikantes Risikoallel für die AMD dar und wurde bei ungefähr 50% der untersuchten AMD-Patienten gefunden. Homozygote Träger dieses Polymorphismus haben ein mehr als 3-fach höheres Risiko eine AMD zu entwickeln. Zusätzlich hemmt Rauchen die Faktor-H-Aktivität. Damit besteht auch eine Verbindung zu den bisher bekannten Risikofaktoren. Irisprolaps durch Prostatamedikament Tamsulosin (Alna retard) ist ein 1-A selektiver Alphablocker zur Behandlung der Symptome der benignen Prostatahyperplasie (BPH). Im Vergleich zu anderen Alphablockern zeigt Tamsulosin eine geringere Beeinflussung des Blutdruckes und wurde in den USA das häufigst verschriebene Medikament für BPH. Eine rezente Studie zeigt, dass es bei Katarakt-Patienten unter Tamsulosin Therapie zu einem deutlich erhöhten Risiko von Irisprolaps und Miosis währen der Kataraktoperation kommt.3 Die Autoren benannten diese Nebenwirkung das „Intraoperative floppy iris syndrome (IFIS)“. In einer retrospektiven Datenanalyse und einer prospektiven Studie von insgesamt 1400 Kataraktoperation trat IFIS in ungefähr 2% auf. Von diesen IFIS-Fällen nahmen 90% Tamsulosin oder hatten es in der Vergangenheit genommen. Die bimanuelle Pupillendehnung war bei den Augen mit IFIS weniger wirksam als üblich. Auch war die Komplikationsrate bei Augen mit IFIS deutlich höher als sonst. Daher sollte in Zukunft in der präoperativen Anamnese auf die Einnahme von Alna retard geachtet werden. | |||||
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