Von G. Pfeiffer

BIOM und SDI in der vitreoretinalen Chirurgie

Während der letzten Jahre wurden in der Glaskörper- und Retinal-Chirurgie enorme Fort­schritte gemacht. Die Eingriffe können immer schonender ausgeführt werden, nicht zuletzt durch ein stetig verbessertes Instrumentarium, welches die Operateure bei ihrer diffizilen und hochpräzisen Arbeit unterstützt. Nach Einführung des 20 Gauge Instrumenten-Standards werden heute bereits teilweise 25 Gauge und 23 Gauge Instrumente eingesetzt.

Mit dem Binokularen Indirekten Ophthalmo Mikroskop (BIOM) gelang die Kombination aus indirekter Ophthalmoskopie mit einem Operationsmikroskop. Die erforderliche Bildaufrichtung wird durch einen Stereoskopischen Diagonal Inverter (SDI) erreicht. Bei dieser kontaktlosen Beobachtungsmöglichkeit, die zentriert über dem Operationsfeld, einen stabilen Einblick ermöglicht, ist eine permanente Assistenz zur Kontaktglas-Justierung wie auch eine Fixierung der Gläser auf der Cornea nicht erforderlich.

Während die erste Version des BIOMs noch als geschlossener Tubus ausgeführt wurde, hat sich heute die filigrane und offene Bauform des BIOM 3 durch einfache Handhabung und erhöhten Freiraum für Hand- und Instrumentenbewegungen des Operateurs durchgesetzt. Mit dem BIOM 3 sind maximale Übersichtswinkel des Fundus bis ca. 120° erreichbar. Makulabetrachtungen guter Auflösung bei hohen Mikroskopvergrößerungen sind durch geeignete Auswahl der chirurgischen Ophthalmoskopierlupen des BIOM 3 ebenso möglich. Nach den vorbereitenden OP-Schritten unter normaler Mikroskopbetrachtung, Legen der Infusion und der Einführung einer intraokularen Beleuchtung wird das Mikroskop durch Einschwenken des BIOM 3 in den Strahlengang zur Fundusbeobachtung vorbereitet. Befindet sich das BIOM 3 im Strahlengang, wird die erforderliche Bildaufrichtung unter korrekter Stereopsis durch den Inverter SDI erreicht. Während aller extraokularen Phasen der OP lässt sich der SDI, in der elektrisch schaltbaren Version, bequem über einen optionalen Fußschalter oder das Fußbedien­pult einiger Mikroskoptypen umschalten.

Bei Verwendung des BIOM 3 zur Glaskörperbeobachtung kann der Bulbus leicht bewegt werden, wodurch sich auch periphere Fundusanteile sehr gut visualisieren lassen.
Vitrektomie bei kleinen Pupillen wird durch die Verwendung der Weitwinkel-Lupen zum BIOM 3 erleichtert. Weltweit wird das kontaktlose Weitwinkelbeobachtungssystem der Firma OCULUS Optikgeräte GmbH, Wetzlar, Deutschland, seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Durch eine Vielzahl spezieller Adapter und Zubehörteile sind nahezu alle Operationsmikroskope, welche in der Vitreoretinalchirurgie eingesetzt werden, mit den verschiedenen Versionen des SDI / BIOM 3 Systems auszurüsten. Durch die einfache Handhabung der verwendeten Adapter ist eine sichere und schnelle Montage der zu sterilisierenden Systemkomponenten gewährleistet.

Das anwenderfreundliche Design zeichnet das BIOM besonders in dieser dritten Generation aus. Neben der aktuellen Version des manuell zu fokussierenden BIOM 3m in Verbindung mit elektrisch umschaltbarem SDI II e erfreut sich die motorisch fokussierbare Ausführung BIOM 3c bereits einer großen Zahl von Anwendern. Dabei sind ebenfalls alle sterilisierbaren Komponenten in Dampf bei 134°C autoklavierbar! Mit einem kombinierten Fußschalter werden die Funktionen BIOM-Fokussierung und SDI-Aktivierung bedient, ohne eine Hand des Chirurgen oder eine Assistenz zu benötigen. In Verbindung mit dem neuen Leica M844 Operationsmikroskop und dem zugehörigen Multifunktions-Fußschalter lassen sich alle elektrischen Funktionen des SDI 3c / BIOM 3c komfortabel in das Original Fußbedienteil integrieren.

Mit Einführung der „diamond line“ Lupen wird durch eine amorphe Kohlenstoffbeschichtung der Ophthalmo­skopierlupen eine widerstandsfähigere Oberflächenbeschaffenheit erreicht. Das Resultat ist eine längere Lebensdauer der Optik und höhere Resistenz gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Alternativ gibt es für die meisten Adaptionen Einweglupensets zum BIOM 3.

Sinnvolle Zubehörteile zum BIOM­ System, wie beispielsweise speziell konstruierte Einsätze zum Sterilisationscontainer und ein in Entwicklung befindlicher Einsatz für Spülmaschinen helfen die Produkte sicher zu transportieren und Material schonend aufzubereiten.
Kontinuierliche Verbesserungen und Entwicklungen der OCULUS Produkte garantieren auch zukünftig maximale Sicherheit der Patienten, optimale Arbeitsbedingungen für die Operateure sowie sichere und einfache Handhabung der Instrumente und Geräte.