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| Von Univ. Prof. Dr. Michaela Velikay-Parel Artificial Vision In der Augenheilkunde gibt es eine Reihe von Erkrankungen, die durch einen Niedergang der Photorezeptoren der Netzhaut (Retina) zu einer entweder vollständigen oder praktischen Erblindung des Patienten führen. Dazu zählen zum Beispiel einige Formen der Retinopathia pigmentosa, Albinismus, Makulopathien und lang bestehende Netzhautabhebungen. Funktionsprinzip Artificial Vision Da die elektrische Stimulation der Ganglienzellen einen völlig neuartigen Reiz und Information für das Gehirn darstellt und die bislang in der Augenheilkunde gebräuchlichen Sehtests nicht in der Lage sind, solche Bildinformationen zu dokumentieren, mussten dafür eigene Tests in Zusammenarbeit mit der Firma IIP-Technologies erfunden werden, an deren Entwicklung die Grazer Augenklinik maßgeblich beteiligt war. Es wurde ein „grating system“ für die Punkt zu Punkt Diskriminierung erstellt. Da es aber nicht nur wichtig ist, dass der Patient eine Sehleistung erlangt, sondern auch, dass diese Sehleistung im praktischen Leben umgesetzt wird, haben wir an der Grazer Augenklinik einen Labyrinthtest entwickelt, der lebensnahe Situationen widerspiegelt und bereits an sehbehinderten Patienten erprobt wurde. Da dieses Retinaimplantatsystem nun realisiert ist, besteht der nächste Schritt in der weltweit ersten Implantation dieses langzeitaktiven epiretinalen Stimulationssystems am Menschen. Da es bislang keine Erfahrungen mit einem daueraktiven epiretinalen Stimulationssystem am Menschen gibt, stellt dieser Versuch ein technologisches und medizinisches Neuland dar, bei dem neue Maßstäbe für die Evaluierung, Beobachtung und Dokumentation der Rehabilitationsphase gesetzt werden müssen. Zu diesem Zweck wurde an der Grazer Universitätsklinik ein Zentrum für Artificial Vision etabliert. | |||||
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