Genial: Kontaktlinsen aus der Warenschütte oder doch Spezialisierung, Information und Service?

Von Bruno Taschner

Werweiterhin Massenprodukte forciert, wird bald Probleme bekommen.Denn diese Produkte sind zu hunderten in diversen Kanälen wesentlich günstiger erhältlich.
Deutschland, unser aller liebster Nachbar, zeigt, wie man’s (nicht) richtig macht. Ob in Kaufhäusern oder Drogeriemärkten, Kontaktlinsen und Pflegemittel sind fast überall präsent.
Eine äußerst interessante ­Variante des Kontaktlinsenverkaufes, ist jene direkt aus der „Schütte“. Man wühlt einfach so lange darin herum, bis man „seine“ Dioptrien gefunden hat. Sie lächeln?
Bei über fünfzehnhundert Märkten eines „Nicht-Optik-Unter­nehmens, waren angeblich mehr als 80.000 Kontaktlinsenpacks innerhalb kürzester Zeit verkauft, ja, geradezu geplündert worden.
Preis: toll – Service, Information: keine. Wie auch immer, der Trend zu „Märkten“, gleich ob Bau-,­ Pflanzen-, Elektro-, Möbel-, Drogeriemärkten etc. boomt gewaltig. Anscheinend bevorzugt heute eine Vielzahl von Menschen eine „Ballung“ von verschiedensten Waren an einem Ort. Mit preiswert bis billigen Angeboten, durchaus dessen bewußt, nicht das ­Allerbeste oder Edelste zu erhalten.


Mit welchen vorhandenen Vorzügen aber auch Zukunftslösungen können wir dieser, sich sicher ausweitenden Entwicklung, entgegenwirken?


Ihre Vorteile gegen Internet, ­Versandhandel oder Märkte sind doch eigentlich über­wältigend:

• persönlicher Kontakt durch die Anpassung der Kontaktlinsen
• umfassende, persönliche Information und Einschulung der CL-Träger
• durch Kontaktlinsenlager sofortige Abgabe
• direkte Kulanzmöglichkeiten bei diversen „Problemchen“
• wichtige Nachkontrollen, „Nottelefon“ für rascheste Problemlösung
Einige der möglichen ­Lösungen:
• Ihr Angebot sollte immer am letzten Stand der Dinge sein
• Innovationen und Marktneuheiten schaffen Vorsprung.
• Fördern Sie keine Massenprodukte, deren Preise im ­Internet oder auch bei diversen Optikketten, jenseits von Gut und Böse liegen.
• Arbeiten Sie mit Gruppen-­Privatlabels oder eigenen, ganz persönlichen Privat-­Labels.
Sie sind dadurch ­niemals mehr direkt ver­gleichbar.
• Bieten Sie „neue Wege“ und Zahlungsmöglichkeiten durch Abbuchungsauftrag/Bankeinzug, ob durch „Direkt-Fachbelieferung“ ihrerseits oder gewohnter Abholung. Optisch hohe Gesamtsummen werden so auf monatlich „geringe, nicht belastende“ Beträge ­reduziert.


Trotz allem werden wir europaweite Marktgeschehnisse auf Dauer auch in Österreich nicht verhindern können.Wir sollten aber schon jetzt in der Lage und darauf vorbereitet sein, auf rasch ändernde Marktsituationen zu reagieren und vor allem agieren zu können.
Die Kontaktlinsenschütte sollte vielleicht nicht das Mittel der 1. Wahl sein. Oder?