Hohe Reproduzierbarkeit der Endothelzelldichtemessung mit dem Rhinetec Endothelzell-Spiegelmikroskop
Von Univ. Prof. Dr. Oliver Findl
Die bekannten Anwendungsgebiete der Endothelzellmikroskopie sind die Diagnostik von endothelialen Hornhautdystrophien, die Zählung der Zelldichte vor Kataraktoperation bei Risikofällen und die Beurteilung der Morphologie des Endothels bei Kontaktlinsenträgern.
Seit den neuesten Entwicklungen in der refraktiven Chirurgie hat die Beurteilung und Quantifizierung der Endothelzellen der Hornhaut an Wichtigkeit gewonnen. In zunehmendem Maße werden phake Linsen bei Myopie, Hypermetropie und Astigmatismus eingesetzt. Der Trend in der refraktiven Linsenchirurgie geht in Richtung kammerwinkelgestützte Implantate, welche nur einen relativ geringen Abstand zum Hornhautendothel haben. Da solche Linsen vor allem bei jüngeren Patienten implantiert werden, ist eine langsame, über das normale Maß hinausgehende Abnahme der Endothelzelldichte eine potentiell schwerwiegende Nebenwirkung, welche zu Hornhautdekompensation führen kann. Daher wird ein kontinuierliches Monitoring der Endothelzelldichte bei solchen Patienten empfohlen.
Eine Vorbedingung für das Endothelzell-Monitoring ist eine Messtechnik mit einer hohen Reproduzierbarkeit. An der Universitätsklinik für Augenheilkunde am AKH-Wien wurden an 57 Augen von 57 Probanden Messungen mittels eines neuen video-basierten, berührungslosen Verfahrens mit dem Tischstandgerät SeaEagle von Rhine-tec (Krefeld, Deutschland) durchgeführt. Dieses neue Verfahren wurde mit dem konventionellen photografischen System verglichen. Der SeaEagle erlaubt eine rasche Aufnahme von kontrastreichen Bildern und eine automatisierte Auswertung der Endothelzelldichte. Dies führt zu einer deutlich verkürzten Aufnahme- und Analyse-Zeit verglichen mit herkömmlichen Geräten.
Die test-retest Reliabilität betrug beim SeaEagle 0,99 im Vergleich zu 0,91 beim konventionellen photografischen Verfahren. Mit Hilfe eines geänderten Algorithmus ist auch die automatische Auswertung bei Aufnahmen mit Hornhautdystrophien oder nach Keratoplastik gut möglich.
Schielkurs 2006 im Hanusch Krankenhaus, Wien
Am 31. März und 1. April fand im Hanusch Krankenhaus zum 6.mal der Basiskurs des Consilium Strabologicum Austriacum statt. Prim. Univ. Doz.Dr.Stefan Harrer hat für diesen 2-tägigen Kurs mit intensiven Workshops ein hochkarätig besetztes Vortragsteam zusammengestellt und so konnten die knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei sehr arbeitsreichen Tagen den Vorträgen von Frau Univ. Prof. Dr. Andrea Langmann, Frau Prim. Dr. Helga Thaller-Antlanger, Frau OA Dr. Hildegard Gruber-Luka sowie Frau OA Dr. Ingrid Kraupp ebenso wie denen von Herrn Prim.Doz. Stefan Harrer, Herrn Univ.Prof. Dr. Guido Dorner sowie von Herrn OA Dr. Wilhelm Burgmüller lauschen.
In den Vorträgen wurden Physiologie und Patophysiologie des Binokularsehens ebenso abgedeckt wie Diagnose und Therapie aller wichtigen Schielformen. Praktische Tipps und Tricks speziell bei der Behandlung von Kleinkindern wurden gegeben. Außerdem wurde auf Amblyopie, endokrine Orbitopathie und Differentialdiagnose der Diplopie eingegangen.
An den Nachmittagen standen praktische Übungen in Kleingruppen mit Patientinnen und Patienten des Hanusch-Krankenhauses auf dem Programm. Hier ist vor allem den Orthoptistinnen ein herzliches Dankeschön für ihren großen Einsatz bei der Betreuung der Arbeitsgruppen auszusprechen.
Für die organisatorische Abwicklung des Schielkurses konnte die Firma Haag-Streit Austria gewonnen werden, in einer kleinen „Stöberecke“ waren auch allerlei interessante und neue Untersuchungshilfsmittel aus dem Bereich der Strabologie und der Kinder-Ophthalmologie zu sehen. Haag-Streit Austria verbindet eine lange und intensive freundschaftliche Zusammenarbeit mit allen österreichischen Sehschulen.
Der nächste Basiskurs im Jahr 2007 wird angekündigt, sobald ein Termin feststeht. |