26.11.2011

Pharm-Allergan Update: Ophthalmologie in Bewegung

OA Dr. Anton Hommer hatte zusammen mit Univ. Prof. Dr. Christoph Faschinger die Leitung bei dem von Pharm-Allergan gesponserten Symposium "Ophthalmologie in Bewegung" am Samstag in der Wiener Albertina.

 

 

 

 

 

 

 

Eingeleitet wurde die Allergan-Veranstaltung mit einem Retina Update. Dabei befasste sich Univ. Prof. Dr. Martin Weger (Uni Graz) mit der Rolle der entzündlichen Prozesse beim Makulaödem.
OA Dr. Simon Brunner (Rudolfstiftung Wien) arbeitete die Unterschiede der Steroide in der Therapie der RVO heraus. Grundsätzlich meint Brunner: "Steroide sind eine gut erforschte, wirksame und sichere Variante der Behandlung retinaler Venenverschlüsse. In der klinischen Praxis stehen sie in Konkurrenz zu den ebenfalls hochwirksamen VEGF-Blockern. In vielen Fällen muss abgewogen werden, ob die verlängerte Wirkungsdauer die möglichen Komplikationen aufwiegt." Sicher ist: "Eine wirklich sichere Konzentration von Steroiden im Glaskörper errreichen wir nur mit einer intravitrealen Verabreichung."
PD Dr. Erdem Ergun (Sanatorium Hera) zeigte bei seiner Darstellung des Managements beim Makulaödem, dass VEGF-Hemmer nur einen Angriffspunkt zur Verfügung haben, während Steroide auf verschiedenste Weise einwirken können. Seine Einschätzung: "Ozurdex ist eine extrem attraktive Variante zur Therapie. Dass man mit einem Implantat eine lang anhaltende Wirkung erzielen kann, ist eine tolle Neuerung im Bereich der Retinologie".
Aus der Salzburger Klinik berichtete Univ. Doz. Dr. Stefan Egger: "In der klinischen Erfahrung zeigt sich, dass Ozurdex relativ unkompliziert anzuwenden ist und in der täglichen klinischen Praxis sieht man, dass die Ergebnisse, die sich in den Zulassungsstudien gezeigt haben, auch bestätigt werden. Als Nebenwirkung gibt es den Druckanstieg, der in der Regel moderat bleibt."

Das zweite Themeneld der Tagung bestritt PD Dr. Ingrid Boldin (Uni Graz). Sie wies auf die Bedeutung der Osmoprotektion beim Trockenen Auge hin: "Patienten mit trockenem Auge unabhängig von der Genese haben einen hyperosmolaren Tränenfilm." Die Hyperosmolarität stimuliere die Entzündungskaskade an der Hornhaut und führe zur Apoptose von Epithel- und Becherzellen. Resultat: Die Destabilisierung des Tränenfilms und eine Schädigung der Augenoberfläche. In den Tränenersatzmitteln können "kompatible Solute im hyperosmotischen Tränenfilm den Druckausgleich herstellen, sodass die Zellen trotz erhöhten osmotischen Druckes ihre Funktion aufrecht erhalten können". Ein Umstand, der als "osmoprotektiv" beschrieben wird.

Im Themenblock "Glaukom Update" erinnerte OA Dr. Karl Rigal (Hanusch KH Wien): "Für das Glaukommanagement ist die Bestimmung der Progressionsrate am Beginn der Erkrankung sehr wichtig, um die Prognose zu sehen, weil es um die Lebensqualität des Patienten geht. Schon eine Drucksenkung um 1 bis 2mm Hg kann eine Verminderung der Progressionsrate von 10 Prozent und mehr bewirken." Rigal zeigte den Vorteil der Prostaglandine in der antiglaukomatösen Therapie: "Man muss nur einmal täglich tropfen, es gibt keine systemrelevanten Nebenwirkungen und man erzielt eine effiziente Drucksenkung".
Univ. Doz. Dr. Andrea Mistlberger beschäftigte sich mit dem Umstieg auf Lumigan 0,1 und mit Ganfort in Studien und täglicher Praxis. Bimatoprost 0,1 mg/ml habe im Vergleich mit 0,3 mg/ml eine ebensolche Effektivität bei besserer Verträglichkeit und verbesserter Adhärenz.
Bei der Anwendungsbeobachtung von Ganfort in Österreich und der Schweiz habe sich bei Patienten ohne Vortherapie wie auch bei Patienten, die vorher mit anderen Präparaten behandelt wurden eine weitere IOD-Senkung um 5 - 6 mm Hg gezeigt. Der Zieldruck sei bei gut 70% bei generell guter Verträglichkeit erreicht worden.
Univ. Prof. Dr. Christoph Faschinger wandte sich der diffizilen Frage zu, ob es das Konservierungsmittel ist, das die Nebenwirkungen von Glaukompräparaten bewirkt oder der Wirkstoff oder andere Faktoren. Auf jeden Fall leiden die Hälfte der Glaukompatienten auch unter Sicca-Symptomen. Ein Umstand, dem man in der Diagnostik von Glaukom Patienten beobachten und berücksichtigen müsse.
Abschliessend präsentierte OA Dr. Anton Hommer (Sanatorium Hera) die Low-pressure Glaucoma Treatment Study, die überzeugende Ergebnisse erbracht habe was die IOD unabhängigen Risikofaktoren bei Glaukom und ihre Bekämpfung mit neuroprotektiven Wirkstoffen (Brimonidin) betrifft.

Text und Fotos: Dr. Erich Feichtinger / Medical Network

 

 
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