08.07.2009

Neues Laura Bassi Centre of Expertise: Impfstoff-Entwicklung gegen Chlamydia trachomatis

Univ. Prof. Dr. Talin Barisani-Asenbauer (Foto) wird das Laura Bassi-Centre of Expertise mit dem Projektnamen "Ocuvac" leiten, gab Staatssekretärin Christine Marek bekannt.

Laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Standard" ist das Auswahlverfahren für die Laura Bassi (LB)-Centres of Expertise abgeschlossen. Acht von 18 eingereichten Projekten wurden ausgewählt, erklärte Staatssekretärin Christine Marek (ÖVP) in einer Aussendung.

Die Laura Bassi Centres of Expertise sind europaweit einzigartig: sie setzen neue, richtungsweisende Maßstäbe bei der Umsetzung von Management- und Teamentwicklungs-Zielen an der Schnittstelle
von Industrie und Wissenschaft und fungieren als Impulsgeber für eine neue Forschungskultur. Bei der Projekteinreichung wurden speziell Frauen eingeladen, sich zu bewerben. In den Laura Bassi Centres of Expertise zählen Interdisziplinarität, Heterogenität der Teams und Kommunikationsstärke: Zugänge die in Befragungen mit Expertinnen als wichtige Voraussetzungen für Innovationen formuliert wurden. Weiter zählen in den neuen Zentren neben den wissenschaftlichen Impact Points auch Forschungsmanagement mit Weitblick, Teamkompetenz und die wissenschaftliche Exzellenz des Projektes. Das vom Wirtschaftsministerium initiierte Programm setzt somit einen frauenfördernden und frauenfreundlichen, zeitgemäßen Wissenschaftsansatz um: „Frauen in der Forschung stellen ein enormes Potenzial dar“, so die Staatssekretärin: „Die Laura Bassi Centres of Expertise verleihen der österreichischen Wissenschafts-Struktur neue Impulse, davon wird auch die Wirtschaft profitieren.“

Bisher war die österreichische Forschungslandschaft an männlichen Erwerbsbiographien orientiert. Im technologieintensiven Segment befinden sich bis heute wenige Expertinnen in Leitungspositionen - ein europaweites Hemmnis, das Forschungsdynamik und Innovationskraft bremst. Das in Österreich entwickelte neue Programm-Design leistet hier Pionierarbeit. „Mit einem optimierten, innovativen Verfahren zur Auswahl der Laura Bassi Centres of Expertise geht die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft einen international neuen Weg hinsichtlich der Finanzierung und Unterstützung von Forschungsprojekten“,, so Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Aus dem Programm gewonnene Erfahrungen sollen begleitend dokumentiert werden und in die Gestaltung zukünftiger Forschungspolitik einfließen.

In der ersten Phase stehen für die Dauer von vier Jahren Bundesfördergelder in der Höhe von rund 8,4 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt hatten sich 18 Projekte für das Impulsprogramm beworben. Ursprünglich waren nur sechs LB-Centres vorgesehen. "Aufgrund der außergewöhnlich hohen Qualität der Bewerbungen hat die Jury jedoch acht Projekte zur Förderung empfohlen" und das Wirtschaftsministerium das Budget aufgestockt, so Marek.

Unter den geförderten Forschungsprojekten ist auch "Ocuvac - Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Augenkrankheit Chlamydia trachomatis" (Leitung: Talin Barisani-Asenbauer, Medizinische Universität Wien.

Nach Ablauf der ersten Förderungsperiode wird eine Zwischenevaluierung durchgeführt. Danach kann eine Förderung für weitere drei Jahre gewährt werden. Die Förderlaufzeit ist auf insgesamt sieben Jahre angelegt.

Die maximale Förderhöhe durch den Bund beträgt 320.000 Euro pro Jahr und Zentrum, das sind maximal 60 Prozent des Forschungsbudgets, der Rest wird durch die Wirtschaftspartner aufgebracht.

Infos: www.w-fforte.at/de/laura-bassi-centres.html; www.barisani-augen.at

 

 
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