Highlights der Linzer Ophthalmologischen
Gespräche 2009

In der Kulturhauptstadt Linz fanden die LOG 2009 mit einer Auswahl interessanter und praxisrelevanter Themen statt. Erstmals ergänzt durch Fallbesprechungen mit offener Expertendiskussion. Die begleitende Fortbildungsveranstaltung für ophthalmologisches Pflege- und Ordinationspersonal stieß ebenso wie die LOG auf
enormes Interesse. „Medical Network“ bringt hier einen Überblick über die Kernaussagen der Vortragenden.

Dr. Martin Dirisamer (Linz)

„Das Corneal Crosslinking findet bei ektatischen Hornhauterkrankungen breiten Einsatz – vor
allem beim progressiven Keratokonus. Die ersten 6-Jahres-Daten zeigen, dass in ca. 75 % der
Fälle nicht nur eine Stabilisierung, sondern großteils auch ein Verbesserung erzielt werden konnte.
Die wenig invasive Operationstechnik und einfache Durchführbarkeit sind weitere Vorteile dieser neuartigen Behandlungsmethode.“

Prof. Dr. Thomas Neuhann (München)

Die Techniken der nicht perforierenden Keraotoplastik haben die Hornhautchirurgierevolutioniert.
Sie erhöhen die Sicherheit und Qualität der Hornhauttransplantation durch eine reduzierte Abstoßungsrate, geringere Astigmatismusinduktion und schnellere Visusrehabilitation.

Dr. Carlo Lackerbauer (München)

Der Femtosekundenlaser hat sich im Bereich der lamellären und inzisionalen Hornhautchirurgie
als „State of the Art“ Technologie etabliert.
Neue Verfahren (Femtosekundenlaser Lentikel Extraktion, corneale Implantate) scheinen vielversprechend. Moderne Zyklo- Rotations-Trackingsysteme sind Voraussetzung für die Umsetzung wellenfrontgestützter Korrekturen.

Dr. Johannes Burger, FEBO (Linz)

Die moderne Cataract-Chirurgie versteht sich zunehmend als refraktiver Eingriff. Durch Mikro-
Inzisions-Chirurgie (MICS 1.8 mm) und Astigmatismus- Reduktion (z.B. limbale Relaxation- LRI) kann das visuelle Ergebnis weiter verbessert werden. Der Trend geht eindeutig zur Premium-IOL (multifokale IOL/torische IOL) nach individueller Beratung der Patienten.

Prof. Dr. Oliver Findl, MBA (London)

Das ultimative Ziel der Linsenchirurgie ist die Füllung des Kapselsackes mit einem Gel und damit die Wiederherstellung einer „jugendlichen“ Linse. Obwohl über 20 Jahrezu diesemThema
intensiv tierexperimentell geforscht wird, konnte das Hauptproblem Nachstar beim Phako-Ersatz noch nicht gelöst werden.

Dr. Irmingard Neuhann (Tübingen)

Das Risiko einer Netzhautablösung bei hochmyopen Patienten nach Kataraktoperation beträgt zwischen 1,5% und 2,2%. In einer großen retrospektiven Studie konnte Frau Dr. Neuhann bei hoher Myopie keinen Unterschied zwischen dem Risikoprofil von postoperativer und idiopatischer Netzhautablösung feststellen.

Dr. Manfred Dichtl (Linz)

Die Messung des Retinal nerve fiber layers mittels OCT stellt eine wichtige Möglichkeit zur
Glaukomfrühdiagnostik dar. Das OCT unterstützt auch bei der Entscheidung mit einer drucksenkenden Therapie abzuwarten bzw. einebestehende auszusetzen, hilft damit sinnlose Therapien zu vermeiden, Ängste zu nehmen, Lebensqualität zu steigern und Kosten zu senken.

Dr. Rupert W. Strauß, FEBO (Linz)

Die Uveitis erfordert eine sorgfältige Abklärung, um eine adäquate Therapie einleiten zu können. Bei einigen Krankheitsbildern gelingt dies schon durch eine sorgfältige klinische Untersuchung, bei anderen sind laborchemische Untersuchungen bis hin zu Vorderkammer- und Glaskörperpunktionen notwendig.

Prof. Dr. Stephan Thurau (München)

Sarkoidose und Toxoplasmose müssen bei Uveitis posterior immer als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden und erfordern teils spezielle Therapien.

Priv.-Doz. Dr. Nicolas Feltgen (Göttingen)

Nach den aktuellen Leitlinien der AAO besteht bei asymptomatischen Netzhautrissen
keineIndikation zur prophylaktischen Laserbehandlung. Bei familiärer Belastung, Aphakie,
begleitender vitreoretinaler Erkrankung (z.B. Uveitis), Myopie (≥ 3 D), nach Trauma und nach Amotio am anderen Auge ist eine prophylaktische Laserung jedoch vertretbar.

Priv.-Doz. Dr. Siegfried Priglinger (Linz)

Die Standardtherapie des diabetischen Makulaödems (DMÖ) ist derzeit die fokale bzw. grid Laserkoagulation (ETDRS). Erste Studien deuten darauf hin, dass Triamcinolon bzw. Anti-VEGF Injektionen relativ schnell zu einer Reduktion des DMÖ führen können und so eventuell in Kombination mit der Laserkoagulation die Prognose des DMÖ verbessern können.

Dr. Matthias Rohleder (Linz)

Die Therapie mit Lucentis ist der Goldstandard in der Behandlung der exsudativen AMD. Die bisherigen Studien zu Vidion von Neovista in Kombination mit Lucentis schüren die Hoffnung,
die für Patienten und Ärzte aufwendig hohe Behandlungsfrequenz bei sonst vergleichbaren Resultaten reduzieren zu können.

 
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