Omega-3-Fettsäuren bei altersbedingter
Makuladegeneration und Trockenem Auge:
Ein Trend der Zukunft?

Der Circle of Nutritional Competence ® wurde von Bausch & Lomb Pharma zusammen mit führenden Wissenschaftlern im Bereich der Augenheilkunde und Ernährung zwecks des wissenschaftlichen Austausches gegründet.

Um die Rolle der Omega-3-Fettsäuren bei altersabhängigen Augenerkrankungen zu beleuchten, hat im Sommer der Circle of Nutritional Competence® von Bausch & Lomb zu einem Workshop in Salzburg eingeladen.

Beim ersten Expertentreffen in Österreich, haben Diplom-Ernährungsberaterin Nadia Schwestermann – spezialisiert auf augenrelevante Ernährung –, Prof. Dr. Omega-3-Fettsäuren bei altersbedingter Makuladegeneration und Trockenem Auge: Ein Trend der Zukunft? Leopold Schmetterer vom AHK Wien und Dr. Thomas Kaercher, niedergelassener Augenarzt aus Heidelberg (Deutschland) über den Stellenwert der Omega-3-Fettsäuren bei der altersabhängigen Makuladegeneration und dem Trockenen Auge berichtet.

Nadia Schwestermann Leiterin einer eigenen Ernährungspraxis in Bern, sprach in ihrem Vortrag über das Thema „Stellenwert der Omega-Fettsäuren bei AMD und trockenem Auge“ aus ernährungswissenschaftlicher Sicht. Einleitend präsentierte die Ernährungsberaterin einige Studien allgemein zum Thema Omega- 3-Fettsäuren und Kardiologie.

Mit dem Verweis auf die US Twin Study, behandelte sie anschliessend die altersbedingte Makuladegeneration, welche den protektiven Einfluss dieser Fettsäuren aufzeigte. So eindeutig wie sich in dieser US-Studie das AMD-Risiko durch Rauchen erhöhte, so klar liess sich das Risiko durch zwei oder mehr Fischmahlzeiten pro Woche reduzieren. Die Blue Mountain Eye Study erbrachte eine Risikosenkung von 40% durch mindestens einmal wöchentlichen Fischverzehr; bei drei Portionen Fisch pro Woche sank das Risiko sogar um mehr als 75%.

Beim Trockenen Auge spielen die Omega-3-Fetttsäuren ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier zeigte eine epidemiologische Untersuchung der Harvard-Universität, dass ein Mangel an diesen wertvollen Fettsäuren ein trockenes Auge begünstigt. Die Omega- 6- und die Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und sind Ausgangsstoffe für Botenstoffe mit entgegengesetzten Wirkungen.

Botenstoffe aus der Gruppe der Omega- 6-Fettsäuren wirken überwiegend pro-entzündlich, dagegen die aus den Omega-3- Fettsäuren gebildeten Gewebshormone eher antientzündlich. Da diese beiden Fettsäuren um das gleiche Enzymsystem konkurrieren, ist das Mengenverhältnis in der Ernährung sehr entscheidend. Ideal sollte das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 maximal 5:1 betragen. Nadia Schwestermann betonte, dass leider bei der üblichen Ernährung häufig ein Verhältnis von 10:1 bis 20:1 besteht.

Aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Lage bezüglich der Omega-Fettsäuren und deren Einfluss auf die Augenerkrankungen leitete Frau Schwestermann Praxistipps für eine augenfreundliche Ernährung ab. Denn aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist die langfristige bewusste Ernährung der Königsweg für die optimale Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen.

Worauf sollte man bei der Ernährung achten?

Ideal ist ein- bis zweimal pro Woche eine Fischmahlzeit, die Verwendung qualitativ hochwertiger Öle wie Raps- oder Olivenöl, Butter als Streichfett, reduzieren von versteckten Fetten zum Beispiel in Wurstwaren, Blätterteiggebäck, Süssigkeiten, Snacks und in frittierten Speisen, täglich eine handvoll Nüsse sowie jeden Tag reichlich Gemüse und Früchte. Für Patienten, bei denen bereits eine Frühform der AMD festgestellt wird, empfiehlt sich eine Tagesdosis von 1 bis 3g Omega-3- Fettsäuren sowie eine genügende Versorgung mit den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin, die eine wichtige Rolle in der Makula lutea spielen. Vielfach ist es schwierig über die normale Ernährung die therapeutischen Tagesdosen zu erreichen. Deshalb empfiehlt die Ernährungsberaterin ein geeignetes Supplement wie z.B. Ocuvite® AMD duo mit einer Tagesdosis von 1.000 mg Omega-3-Fettsäuren und 12 mg Lutein einzunehmen.

Den Ausführungen von Frau Schwestermann schloss sich Professor Dr. Leopold Schmetterer von der Medizinischen Universität Wien, an. Er unterrichtete über die Vielzahl physiologischer Aufgaben, die von den mehrfach ungesättigten Fettsäuren erfüllt werden. Diese sind nämlich für die Bildung von Eicosanoiden verantwortlich und determinieren als Bestandteil der Zellmembran deren Fluidität.

Ausgangsprodukt der Omega-3-Fettsäuren ist die -Linolensäure, Ausgangsprodukt der Omega-6-Fettsäuren ist die Linolsäure. Unter Verwendung derselben Enzymsysteme werden aus der -Linolensäure die für die Netzhaut bedeutenden Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA), sowie die Prostaglandine der Serie 3 und 5 gebildet, aus der Linolsäure werden Arachidonsäure sowie die Prostaglandine der Serie 2 und 4 gebildet. DHA und EPA werden heute als essentiell angesehen, da ihre Synthese im menschlichen Körper nur in geringem Ausmaß geschieht. Aus der Arachidonsäure werden unter anderem das thrombozytenaggregierende und vasokonstriktorische Thromoboxan A2 und das proinflammatorische Prostaglandin E2 gebildet. Durch erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren kann die Bildung dieser Prostaglandine zugunsten der weniger aktiven Prostaglandine der Serie 3 kompetitiv gehemmt werden.

Der Supplementierung von Omega- 3-Fettsäuren werden eine Reihe von Wirkungen zugeschrieben. Dabei sind vor allem die Verbesserung des Lipidprofils, die Reduktion von Herzrhythmusstörungen, die Hemmung der Blutgerinnselbildung, Entzündungshemmung und eine Verbesserung der Endothelfunktion zu nennen. Dementsprechend ist das Einsatzgebiet der Omega-3-Fettsäuresupplementierung weit gestreut und reicht von Atherosklerose, über Rheumatoide Erkrankungen bis hin zu Psoriasis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Prof. Schmetterer berichtete des Weiteren über aktuelle Studienergebnisse, die einen protektiven Effekt von Omega-3-Fettsäuren bei der Bildung der senilen Makuladegeneration zeigen. Physiologisch kommen Omega-3-Fettsäuren am Auge vor allem im Bereich der äußeren Photorezeptorsegmente vor und werden benötigt um Lichtimpulse in elektrische Reize umzusetzen. Weiterhin determinieren sie die Membranfluidität und Funktion der Photorezeptoren.

Prof. Schmetterer berichtete des Weiteren über aktuelle Studienergebnisse, die einen protektiven Effekt von Omega-3-Fettsäuren bei der Bildung der senilen Makuladegeneration zeigen. Physiologisch kommen Omega-3-Fettsäuren am Auge vor allem im Bereich der äußeren Photorezeptorsegmente vor und werden benötigt um Lichtimpulse in elektrische Reize umzusetzen. Weiterhin determinieren sie die Membranfluidität und Funktion der Photorezeptoren.

Neben den bereits von Frau Schwestermann erwähnten Studien, die durchaus nahe legen, dass eine an Omega-3-Fettsäurenreiche Diät das Risiko für eine senile Makuladegeneration reduzieren könnte, schloss Herr Prof. Schmetterer seinen Vortrag mit dem Hinweis auf eine Posthoc-Auswertung der AREDS I Studie. Diese, basierend auf den Ausgangsdaten der AREDS I-Teilnehmer, gibt eine starke Rationale für die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren bei seniler Makuladegeneration.

Die Hypothese, dass diese Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren die Progression der senilen Makuladegeneration reduziert wird derzeit in der AREDS II Studie getestet.

Anschließend berichtete Dr. Thomas Kaercher aus Heidelberg über den Einsatz von Omega-Fettsäuren bei der Therapie des Trockenen Auges. Denn seit kurzem ist der günstige Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf den Entzündungsprozess der Augenoberfläche im Rahmen des Trockenen Auges durch Studien belegt.

Anschließend berichtete Dr. Thomas Kaercher aus Heidelberg über den Einsatz von Omega-Fettsäuren bei der Therapie des Trockenen Auges. Denn seit kurzem ist der günstige Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf den Entzündungsprozess der Augenoberfläche im Rahmen des Trockenen Auges durch Studien belegt.

Neben den Omega-3-Fettsäuren, spielen auch die Omega-6-Fettsäuren aus Pflanzen und Ölen eine Rolle. Die Stoffwechselprozesse beider Fettsäureklassen sind miteinander verbunden. Diese biochemischen Erkenntnisse werden bereits in der ophthalmologischen Praxis umgesetzt. So sind Omega-3-Fettsäuren bei milden Formen der wässrig-mucinösen Tränenfilmstörung empfohlen. Bei dieser hypovolämischen Keratokonjunktivitis sicca bessert sich die immunologische Entzündung bereits nach 6 bis 8 Wochen.

Auch die Blepharitis-Patienten profitieren von der Nahrungsergänzung. Für diese hyperevaporative Form gilt gleichermaßen eine Aufsättigungsphase von 6 bis 8 Wochen. Die Therapie ist bei milden Verläufen der staphylokokken-bedingten und der seborrhoischen Form der Lidrandentzündung empfohlen.

Eine Kombination aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren kann als Kapseln zugeführt werden. Eine für die Augenoberfläche günstige Zubereitung ist das Präparat „Ocuvite® Trockenes Auge“. Die Wirksamkeit der Zusammensetzung beim Trockenen Auge belegt eine Anwendungsbeobachtung bei Kontaktlinsenträgern über einen Zeitraum von 12 Wochen. Innerhalb dieses Zeitraums ließ sich der Tragekomfort von formstabilen und weichen Linsen steigern. Im gleichen Zeitraum reduzierten sich die subjektiven Symptome Trockenheit, Fremdkörpergefühl, Brennen und Verschwommensehen.

Die Nahrungsergänzung mit Omega- 3- und Omega-6-Fettsäuren verfolgt bei Patienten mit Trockenen Augen zwei Hauptziele: Die Verbesserung von Tränenproduktion und Tränenqualität.Gelingt dies, so sinkt die Frequenz der Entzündungen und es können weniger Tränenersatzmittel angewendet werden. Außerdem ist durch eine systemische Therapie ein günstiger Effekt auf den kardio-vaskulären Bereich zu erwarten.

Zusammenfassend zeigen die aktuellen Erfahrungen aus der Ernährungsforschung sowie die Studien im Bereich der altersbedingten Makuladegeneration und des Trockenen Auges die zunehmende Relevanz der Omega- Fettsäuren. Um diese wissenschaftlichen Erkenntnisse einem möglichst breiten Fachpublikum präsentieren zu können, organisierte Bausch & Lomb Pharma im Oktober 2008 bereits zum zweiten Mal das B&L Augenforum. An fünf Tagen, in fünf Städten berichteten Frau Schwestermann, Herr Prof. Schmetterer, Dr. Stoiber und Dr. Kaercher über die Bedeutung von Omega-Fettsäuren bei AMD und Trockenem Auge.