Neue Möglichkeit der Astigmatismuskorrektur
bei Kataraktpatienten
Dr. Manfred Kremslehner, Alcon Ophthalmika GmbH Dank der verfeinerten
Operationstechniken
sind nicht nur die Sicherheit
und die Zuverlässigkeit
der Kataraktoperation in den
letzten Jahren kontinuierlich angestiegen,
sondern es hat auch
die Erwartungshaltung der Patienten
bezüglich ihrer postoperativen
Sehleistung deutlich zugenommen.
Im Zuge dieser Entwicklung
ist es daher nur konsequent,
dem Patienten bei einer
Kataraktoperation auch die Korrektur
einer eventuell vorhandenen
Hornhautverkrümmung anzubieten.
Besserer unkorrigierter
Fernvisus und geringere
Brillenabhängigkeit
Eine repräsentative Untersuchung
ergab, dass etwa 25% der
Kataraktpatienten über einen
Astigmatismus im Bereich von 1
bis 2 Dioptrien verfügen. Bei lediglich
10% der Patienten wurde
eine Hornhautverkrümmung
von mehr als 2 Dioptrien festgestellt.
Mit der AcrySof® TORIC
steht Ihnen nun
für diese Patienten eine neue
Möglichkeit zur Verfügung einen
regulären Hornhautastigmatismus
relativ einfach, aber
sehr zuverlässig zu korrigieren.
Die Vorteile für den Patienten
sind ein deutlich besserer unkorrigierter
Fernvisus und in der
Folge auch eine geringere Brillenabhängigkeit.
Linsenauswahl und
Implantation
Die AcrySof® TORIC baut auf
dem klinisch bestens bewährten
AcrySof® single-piece Design1
auf. Das Zusammenspiel
von single-piece Design und den
Materialeigenschaften des Acry-
Sof® Polymers2 gewährleisten eine
ausgezeichnete Stabilität der
Linse im Kapselsack3,4 sowie eine
dokumentiert geringe Nachstarrate.
5 Der integrierte Blaulichtfilter
bietet zusätzlich einen
Schutz der Netzhaut vor energiereichem
blauen Licht.6–8
Die AcrySof® TORIC ist aktuell
im Bereich von 6 bis 30 Dioptrien
(sphärisches Äquivalent)
und mit Zylinderstärken von 1,50
(Modell SN60T3), 2,25 (Modell
SN60T4) und 3,00 Dioptrien
(Modell SN60T5) auf der Linsenebene
erhältlich. Dies entspricht
einem Astigmatismus von
1,03 bzw. 1,55 und 2,06 Dioptrien
auf der Hornhautebene.
Die Berechnung der benötigten
Linsenstärke können Sie ganz
einfach selbst durchführen. Dazu
steht Ihnen unter www.acrysoftoriccalculator.com ein Programm
zur Verfügung, mit dem Sie nach
Eingabe der Biometriedaten einen
Vorschlag zur Linsenauswahl
und der optimalen Orientierung
der AcrySof® TORIC erhalten.
Der Algorithmus berücksichtigt
auf Wunsch auch einen chirurgisch
induzierten Astigmatismus
und gibt Ihnen eine Vorhersage
auf den postoperativ zu erwartenden
Restzylinder.
Die Implantation der AcrySof®
TORIC erfolgt nahezu identisch
wie die Implantation jeder anderen
AcrySof® single-piece Intraokularlinse
mit dem Monarch®
Injektorsystem. Der einzige Unterschied
besteht im möglichst
exakten Abgleich der auf der Linse
vorgegebenen Markierungen
mit der von Ihnen durchgeführten
limbalen Markierung
des steilsten Hornhautgradienten.
Dazu wird die Acry-
Sof® TORIC nach der Kapselsackimplantation
noch
unter Viskoelastikum bis auf
etwa 20° vor die gewünschte
Endposition ausgerichtet.
Erst nach der vollständigen
Entfernung des Viskoelastikums
erfolgen die Feinjustierung
und das abschließende „Seating“ der Linse.
Die Ergebnisse können
sich sehen lassen
In der FDA Zulassungsstudie9 verfügten knapp 40% der Patienten nach Implantation
einer AcrySof® TORIC über
einen unkorrigierten Fernvisus
von 20/20 oder besser. In
der Kontrollgruppe schnitten
nur 19% mit einer Sehleistung
von 20/20 oder besser ab . Die durchschnittliche
Rotation der AcrySof® TORIC
betrug nach 6 Monaten weniger
als 4°, wobei keine Linse
mehr als 15° an Rotation zeigte.
Nach bilateraler Implantation
der AcrySof® TORIC konnten
97% der Patienten gänzlich auf
eine Fernbrille verzichten, wohingegen
in der Kontrollgruppe die
Patienten nur zu 50% unabhängig
von einer Brille waren.
LITERATUR
1 Stephen S. Lane et al. Comparison of
the biomechanical behavior of foldable
intraocular lenses. J Cataract Refract Surg
2004, 30:2397-2402
2 Reijo J. Linnola et al. Adhesion of soluble
fibronectin, laminin, and collagen type IV to
intraocular lens materials. J Cataract Refract
Surg 1999, 25:1486-1491
3 Matthias G. Wirtitsch et al. Effect of haptic
design on change in axial lens position after
cataract surgery. J Cataract Refract Surg
2004, 30:45-51
4 Frank Weinand et al. Rotational stability of a
single-piece hydrophobic acrylic intraocular
lens. J Cataract Refract Surg 2007, 33:800-
803
5 Christina Leydolt et al. Long-term Effect
of 1-Piece and 3-Piece Hydrophobic Acrylic
Intraocular Lens on Posterior Capsule
Opacification. Ophthalmology 2007,
114:1663-1669
6 Janet R. Sparrow et al. Blue light absorbing
intraocular lens and retinal pigment
epithelium protection in vitro. J Cataract
Refract Surg 2004, 30:873-878
7 Sven Eric Nilsson. Are there advantages in
implanting a yellow IOL to reduce the risk of
AMD? Acta Ophthalmol Scand 2004, 82:123-
125
8 Jean-Claude A. Marshall et al. The effect of
blue light exposure and use of intraocular
lenses on human uveal melanoma cell lines.
Melanoma Research 2006, 16:537-541
9 Data on file, Alcon |