Augenoptik / Optometrie:
Rückblick auf 2007
Von Komm.R. Gerhard Gschweidl, Bundesinnungsmeister Wirtschaftskammerreform:
Erfolgreiche Weichenstellung
Ein wesentliches Thema für den
Berufsstand der Augenoptiker,
Hörgeräteakustiker und Orthopädietechniker
ist die Wirtschaftskammerreform
II, die ein besseres
Abbild der Wirtschaft in
der Organisationsstruktur zum
Ziel hat. Da unsere Bundesinnung
mit 1392 Mitgliedsbetrieben
die Vorgabe der WKO von
1500 Betrieben als Mindestmitgliederzahl
nicht erfüllt, ist eine
Zusammenführung mit anderen
Berufsgruppen erforderlich.
Konkret bedeutet dies,
dass sich ab der neuen Funktionsperiode 2010 unsere Bundesinnung
mit den Bundesinnungen
der Orthopädieschuhmacher/
Schuhmacher und Zahntechniker
zu einem einheitlichen Fachverband
mit der Bezeichnung „Bundesinnung der Gesundheitsberufe“
mit insgesamt 2867 Mitgliedern
zusammenschließt. Die
Eigenständigkeit der verschiedenen
Berufsgruppen bleibt jedoch
voll erhalten, insbesondere die
Vertretung der berufszweigspezifischen
Angelegenheiten wie Berufsausbildung,
Befähigungsprüfungen,
Meisterprüfung, Wettbewerbe,
Zugehörigkeit zu internationalen
Verbänden, Werbung
sowie Finanzhoheit. Aufgrund
dieser Änderung der Fachorganisationsordnung
ist eine effiziente
Interessenvertretung unserer
Mitglieder und eine optimale
Wahrung der Anliegen unseres
Berufsstandes gegenüber z.B.
Sozial Versicherungsträgern und
Behörden sicher gestellt.
Aus- und Weiterbildung
gewinnen zunehmend an
Bedeutung
Beim Meeting der ECOO (European
Council of Optometry and
Optics) im Mai 2007 war ein Arbeitsschwerpunkt
die Harmonisierung
der Aus- und Weiterbildung
in Europa. In vielen europäischen
Ländern, wie Großbritannien,
Schweden, Norwegen,
Spanien, Niederlande, Deutschland
etc. gibt es bereits Ausbildungen
für Augenoptik/Optometrie
an Fachhochschulen oder
Universitäten.
Im September dieses Jahres
startete der erste Fachhochschulstudienlehrgang
in der Schweiz.
In Deutschland bestehen umfangreiche
Bemühungen, zu den
bereits bestehenden fünf Fachhochschulen
mit Studienrichtung
Augenoptik/Optometrie nun
die Fachschulen in München und Köln in Kooperation mit Fachhochschulen
zu führen.
Der Grund dieser Anhebung des
Ausbildungsniveaus ist die zunehmende
Bedeutung der optometrischen
Dienstleistung für
unseren Berufsstand. Diesem
europäischen Trend können und
dürfen wir uns in Österreich nicht
verschließen. Daher sind, aufbauend
auf unserer derzeitigen
guten Ausbildung zum Augenoptiker/
Optometristen, zusätzliche
Weiterbildungsmöglichkeiten erforderlich.
Vor kurzem hat ein Studienlehrgang
zum Master of Science in
klinischer Optometrie an der Donau
Universität Krems in Kooperation
mit dem Pennsylvania
College of Optometry begonnen.
Am 1. Oktober startete an der
Fachhochschule Oberösterreich
am Campus Linz der Lehrgang
Medizintechnik mit dem Vertiefungslehrgang
Optometrie. Zu
den Kerngebieten beider Studienlehrgänge
zählen unter anderem
Pathologie, Physiologie und
Pharmakologie, wobei die vermittelten
Inhalte dem Europäischen
Diplom in Optometrie entsprechen.
Außerdem werden in Wien
beim Vorbereitungslehrgang zur
Meister- und Kontaktlinsenprüfung
bereits die Ausbildungsinhalte
zum Bachelor vorgetragen
und an unserer HTL Hall in Tirol
ist eine Zusammenarbeit mit der
Fachhochschule Jena geplant.
Mit diesen zukunftsweisenden
Weiterbildungsangeboten ist
eine positive Entwicklung unseres
Berufsstandes gewährleistet.
Denn nur durch eine Erweiterung
des fachlichen Horizontes ist eine
optimale Beratungskompetenz
für unsere Kunden sichergestellt.
50 Jahre Optikerausbildung
in Hall in Tirol
Am 5. 10. 2007 feierte die Optiker-
Berufsschule Hall in Tirol das
50-jährige Jubiläum ihres Bestehens.
Zahlreiche Ehrengäste aus
Politik und dem Schulwesen, sowie
viele Kolleginnen und Kollegen
unserer Branche erlebten einen
unvergesslichen Festtag mit
einem vielfältigen Programm.
In diesen fünf Jahrzehnten hat
sich unser Beruf total verändert
und dynamisch weiterentwickelt.
So bieten wir etwa im Bereich der
Brillentechnologie unseren Kunden
neue, bessere Produktean.
Wir arbeiten in unseren Betrieben
mit völlig anderen Maschinen
und Geräten und im Bereich
der optometrischen Dienstleistung
wenden wir innovative
Mess- und Prüfmethoden an.
Diesen Entwicklungen zufolge
musste auch in der Berufsschule
der Lehrplan permanent
durchforstet, die Lehrinhalte
kontinuierlich aktualisiert
und die Unterrichtsmethoden
modernisiert werden. Denn Ziel
war und ist immer eine optimale,
praxisgerechte Ausbildung
und Förderung unseres Berufsnachwuchses.
Und dies ist der
Berufsschule Hall in enger Zusammenarbeit
mit unserer Branche
in den vergangenen 50 Jahren
hervorragend gelungen.
Als Bundesinnungsmeister
gratuliere ich der Optiker-Berufsschule
Hall in Tirol zum 50-jährigen
Jubiläum auf das Herzlichste
und wünsche mir für die Zukunft
weiterhin eine so gute Kooperation
zwischen dieser Ausbildungsstätte
und unserem Berufsstand,
um die kommenden Herausforderungen
gemeinsam gut zu bewältigen
und die Aufwärtsentwicklung
unserer Branche zu gewährleisten. |