Österreichs
Optometrie erlebt
einen neuen Aufschwung
Die Kompetenz von Österreichs Augenoptikern und Optometristen ist in den letzten Jahren
merkbar gestiegen. Mehr und mehr Augenoptiker haben sich zum Ziel gesetzt ihr Wissen, insbesondere
in den Bereichen Pathologie, Physiologie und Pharmakologie zur besseren Betreuung
der Volksgesundheit zu erweitern. In der universitären Ausbildung zum Master of Science in
Klinischer Optometrie / Clinical Optometry werden eben diese Lehrinhalte umfassend vermittelt.
Aktuell finden zwei parallele
Master of Science
Studienlehrgänge in Klinischer
Optometrie / Clinical
Optometry an der Donau Universität
Krems in Partnerschaft
mit dem Pennsylvania College of
Optometry statt. Bereits im kommenden
Frühjahr werden wieder
15 neue Optometrie-Studenten
zum Master of Science in Klinischer
Optometrie / Clinical Optometry
graduieren.
Zusätzlich hat die Wiener
Akademie für Optometrie und
Hörakustik – ebenfalls in Kooperation
mit dem Pennsylvania
College of Optometry – einen
Bakkalaureats-Studienlehrgang
fix in der sechs Semester dauernden
Ausbildung zum Optikermeister
/ Kontaktlinsenoptiker
integriert. Hat man sowohl
die Optikermeisterprüfung als
auch die Kontaktlinsenkonzessionsprüfung
und den Bakkalaureats-
Studienlehrgang positiv
absolviert, so wird man zum
Master Studium an der Donau
Universität Krems zugelassen.
Eine Ausbildung zum Optikermeister
ohne Kontaktlinsenkonzessionsprüfung
beziehungsweise
ohne ein Bakkalaureats-
Studium wird in Wien seit
einem Jahr gar nicht mehr angeboten.
Die Strategie dieses Ausbildungsplanes
ist die Gewährleistung
eines zukünftig flächendeckenden
hohen Niveaus
für Österreichs Optometrie.
Dieses hohe Niveau wird zukünftig
auch notwendig sein.
Blickt man nämlich über Österreichs
Grenzen hinweg, so sieht
man in einigen Ländern Entwicklungen,
die auch vor uns
nicht Halt machen werden. Eine
Teilung in „Verkäufer“ und „Optometrist“
ist dort längst vollzogen.
Erwähnenswert ist die Tatsache,
dass in Ländern wie zum
Beispiel Großbritannien oder
den Niederlanden gerade die
großen Filialisten sehr häufig
neben den Optikverkäufern einen
akademischen Optometristen
beschäftigen.
Auch das Dogma eines Konkurrenzverhältnisses
der Optometristen
mit den Ophthalmologen
muss neu bewertet werden.
Viele Österreicher erwerben ihre
erste Lesebrille weder beim Augenoptiker,
noch lassen Sie Ihre
Augen von einem Optometristen vermessen oder augenärztlich
untersuchen. Zehntausende
von Lesehilfen werden jährlich
bei Tankstellen oder in Drogeriemärkten
erworben. Über
100.000 Sonnenbrillen werden
jährlich außerhalb des Optikfachhandels
mit teils mäßigen
UV-Filtern bzw. ohne Schutz
vor kurzwelligem Licht verkauft.
Deren Träger waren oftmals seit
Jahren nicht beim Optometristen
oder Augenfacharzt. Das gemeinsame
Ziel beider Berufsgruppen
muss lauten, solche
großen Gruppen zukünftig besser
im Sinne der Augengesundheit
zu sensibilisieren.
Die Berufsgruppe der Master
of Science in Klinischer Optometrie
/ Clinical Optometry werden
ihren Teil dazu beitragen
und vermehrt für einen sorgsamen
Umgang mit dem Sinnesorgan
Auge gegenüber der Bevölkerung
plädieren.
Nachwuchs gesichert
Auch um den Gesellen-Nachwuchs
muss man sich neuerdings
keine Sorgen mehr machen.
Während andere Fachberufe
vom Aussterben bedroht
sind, erlebt die Augenoptik und
Optometrie einen neuen Aufschwung.
Einerseits bildet die
bewährte Berufsschule für Augenoptiker
in Hall/Tirol wie gehabt
Augenoptikerlehrlinge im
dualen System aus. Zudem
wurden an der Wiener Akademie
für Optometrie und Hörakustik
seit 2007 zwei neue
Ausbildungsmodelle im zweiten
Bildungsweg mit großem Erfolg
etabliert. So werden in Kooperation
mit dem AMS innerhalb
von zwei Jahren in Vollzeit Jugendliche
zur Augenoptiker-Gesellenprüfung
herangeführt. Zusätzlich
werden Erwachsene in
Kooperation mit dem bfi im 2.
Bildungsweg innerhalb von zwei
Jahren in vier Blöcken mit jeweils
zwei Wochen für die Augenoptiker-
Gesellenprüfung ausgebildet.
Derzeit sind an der Wiener
Akademie für Optometrie
und Hörakustik knapp 40 Personen
in Ausbildung zum Optikergesellen.
Für das Optometrie-Studium
bedeutet dies, dass in den Folgejahren
Studienplätze rar werden
könnten, da in Krems neben
den österreichischen Optometristen
auch Studenten aus
Tschechien, Polen und der Slowakei
studieren.
Doktoratstudium für
Optometristen
Nach dem Masterstudium in
Optometrie besteht die Möglichkeit
ein PhD Studium anzuschließen.
Das Studium wird als „Doctor of Philosophy“ - Doktoratstudium
geführt und nach erfolgreichem
Abschluss wird zusätzlich
der akademische Grad
PhD verliehen. Soweit bekannt
dissertieren fünf österreichische
Optometristen an den Universitäten
in Cardiff, Ulster und der
City University in London. Publikationen
z.B. bei der „Association
for Research in Vision
and Ophthalmology“ belegen
den hohen Standard österreichischer
Optometristen.
Die Ausbildung zum Master
of Science in Klinischer Optometrie
/ Clinical Optometry oder gar
ein Doktoratstudium wird in nur
wenigen Jahren einen üblichen
Standard im österreichischen
Gesundheitsbereich darstellen.
Konsumenten, Sozialversicherungen
und Privatversicherungen
sind auch zum jetzigen Zeitpunkt
bereits sensibilisiert. Vor
allem in Ballungszentren fangen
immer mehr Bürger mit dem Begriff
Optometrist etwas an. Der
Grund für diese neue Sensibilisierung
dürfte einerseits daran
liegen, dass die Bürger immer
weniger Zeit haben und auf rasche
Termine bestehen, welche
der Optometrist im Regelfall
gewährleisten kann. Andererseits
dürfte vermehrt auf die
Beratungskompetenz der akademisch
ausgebildeten Optometristen
vertraut werden.
FRAGEN BETREFFEND DAS
OPTOMETRIE - STUDIUM:
Walter Gutstein, MSc
gutstein@optiker.at
INTERNET:
Plattform der akademischen
Optometristen & Studieninfos:
www.optometristen.at
AMS Kurs Augenoptiker für
Jugendliche:
www.optiker.at/pilotprojekt
Erwachsenenausbildung zum
Augenoptiker im 2. Bildungsweg:
www.optiker.at/ausbildung |